„Wie ich diese Dienstage hasse. Noch mehr hasse ich die Donnerstage“ - Karl und Robert sind Brüder. Der eine Artist, Schauspieler der andere. Beide sind allein, beide alt, ihre Karrieren liegen lange zurück. Jeden Dienstag und jeden Donnerstag treffen die Brüder einander. Die gegenseitigen Besuche sind längst Ritual. Man erinnert sich, die Gespräche sind vielfach geübt und wiederholen sich, kreisen immer um das Gleiche: um die Kunst, die Vergangenheit und um Mathilde, Karls Lebensgefährtin. Vor Kurzem ist sie gestorben. Nun teilt Karl seine Einsamkeit nur noch mit Maggi, Mathildes Kanarienvogel. „Die gescheiterte Pianistin“, wie er sie verächtlich nennt, hat ihn „im ungünstigsten Moment verlassen“.
Ein Leben lang haben Karl und sie wie Mann und Frau zusammengelebt, und doch hat sie nicht ihm, sondern seinem Bruder Robert das Wochenendhäuschen vermacht: „Der Schauspieler also verdiente es, nicht der Artist – der Hochstapler, nicht der Lebensgefährte.“ Karl ist irritiert...
Thomas Bernhards „Der Schein trügt“ ist eine zärtliche und boshafte Komödie des Alterns, ein grandioses Duett für zwei Schauspieler, eine Liebeserklärung an die Kunst der Bühne.
Schauspielhaus Salzburg
Regie: Robert Pienz
Ausstattung: Ragna Heiny
Mit:
Harald Fröhlich | Georg Reiter
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Die in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtete Kirche der Karmelitinnen wurde nach der Profanierung unter Kaiser Josef II. als Theater adaptiert und ist seit 1794 als Stadttheater in Verwendung.
Die bewegte Geschichte des Hauses in der Herzog Leopold-Straße erlebte mehrere Zusammenlegungen mit anderen Bühnen, um wirtschaftlich überleben zu können. Das Stadttheater blieb auch nicht von Skandalen, wie etwa bei der Aufführung von Arthur Schnitzlers „Professor Bernhardi“ im Jahre 1919, verschont.
Dass dieses Theater stets ein großes Anliegen und ein Prestigeobjekt der jeweiligen Stadtverwaltung gewesen ist, beweist die Tatsache, dass es nach dem großen Brand im September 1834 ebenso wie nach der völligen Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg sofort wieder aufgebaut und bespielt wurde.
Im Stadttheater Wiener Neustadt gastierten u.a. Alexander Girardi, Johann Nepomuk Nestroy, die legendäre Adele Sandrock, Atilla Hörbiger und Oscar Homolka (letzterer spielte mit Marylin Monroe in „Das verflixte siebente Jahr“ und mit Michael Caine in „Begräbnis in Berlin“).
Heute werden im Stadttheater neben Operetten-, Schauspiel- und Konzertzyklen auch Kinder-theaterstücke und seit vielen Jahren Kabarett-Veranstaltungen aufgeführt.